Sexualisierte Übergriffe unter Kita-Kindern monatelang unentdeckt

Schon wieder „sexuelle Übergriffe“ unter Kita-Kindern. Diesmal in Menden im Sauerland. Wie die Westfalenpost Mitte September berichtet, soll es in der städtischen Kita „Am Papenbusch“ in mehreren Fällen zu übergriffigen Situationen zwischen Kindern gekommen sein. Den Eltern zufolge beschreiben betroffene Kinder auch Vorfälle, die bereits etwa ein Jahr zurückliegen.

Bisher ist von vier betroffenen Kindern die Rede und von einem weiteren Kind, von dem die Übergriffe ausgegangen sein sollen. Es soll die anderen Kinder ausgezogen, „ihnen Decken über gelegt und ihnen im Rahmen von mehreren Rollenspielen gegen ihren Willen Finger sowie verschiedene Gegenstände im Intimbereich eingeführt haben“, so fasst der Bericht die bisher bekannten Geschehnisse zusammen. Doch die Lage sei dynamisch, es gebe stetig neue Entwicklungen.

„Gegenstände im Intimbereich“

Dass die gefährlichen Grenzverletzungen unter den Kindern den Eltern überhaupt bekannt wurden, ist einer aufmerksamen Mutter zu verdanken. Sie schildert, wie eine kleine Bemerkung nach dem Baden ihres Kindes sie hellhörig werden ließ. Es war der 7. September, als ihr Kind beim Anziehen plötzlich sagt, es sei von einem anderen Kind am Po angefasst worden. Vielleicht nur ein harmloser „Popoklatsch“ unter Freunden, denkt die Mutter. Doch als sie genauer nachfragt, sagt ihr Kind: „Ich hatte keine Hose an.“

Da seien bei ihr alle Alarmglocken angegangen. Behutsam versucht die Mutter, sich das Vorgefallene von ihrem Kind erklären zu lassen. So erfährt sie von „einer Art Höhle“ im Gruppenraum. Dort sei ihr Kind von einem andern Kind unter anderem dazu aufgefordert worden, sich hinzulegen und die Hose auszuziehen.

An einer Puppe zeigt ihr Kind, was sich kein Kind ausdenken kann. Mit Hilfe der Puppe beschreibt es seiner Mutter das „Streicheln, Anfassen und Einführen von Fingern und Gegenständen in den Intimbereich“. Auch zwei anderen Kindern soll das passiert sein. Die schockierte Mutter betont, wie eindringlich die Schilderungen ihres Kindes gewesen seien. Sie informierte umgehend eine andere Mutter, deren Kind ebenfalls betroffen sein soll.

Da die Kinder auch Vorfälle schilderten, bei denen es um ausgezogene Windeln ging, datieren mehrere Eltern deren Beginn etwa ein Jahr zurück. Rückblickend verstehen die betroffenen Eltern nun das ein oder andere auffällige Verhalten ihres Kindes. Ein Kind habe Angst davor gehabt, den Kopf unter eine Decke zu stecken. Es wollte sich nur ungern ausziehen oder nur noch allein ins Badezimmer.

„Ich empfinde Hass“

Tränen. Fassungslosigkeit. Eltern, die keine Worte finden, für das, was ihrem Kind zugestoßen sein soll. Zwei Mütter lassen jedoch ihren Gefühlen gegenüber der Presse freien Lauf:

„Ich war wütend. Traurig. Verzweifelt. Und ich dachte: Was machen wir denn jetzt?!“ Auch ihre Stimme bricht. „Ich habe es meinem Kind nicht angesehen“, sagt die Mutter und kämpft gegen die Tränen.

(…)

„Ich empfinde Hass. Ich weiß, dass dieses Kind nichts dafür kann“, sagt eine Mutter. „Die Polizei hat das zu klären. Nicht wir.“

Tatsächlich haben einige der betroffenen Eltern Anzeige erstattet. Was in Menden nun los ist, bringt Bürgermeisterin Manuela Schmidt auf den Punkt: Es handle sich um einen „totalen Ausnahmezustand“ und man garantiere jede Unterstützung für die Eltern und Kinder. „Es gibt nichts zu verbergen. Das Jugendamt ist in alle Richtungen aktiv.“ Es gebe einen klaren Ablauf, alle nötigen Maßnahmen seien ergriffen worden und würden nun schrittweise abgearbeitet. „Es geht darum, die Kinder zu schützen“, sagt Schmidt. Man müsse jetzt herausfinden, wo genau die Wahrheit liege. „Wir tun gerade nichts anderes. Das hat absolute Priorität.“

Vor Gericht dürften die Aussagen von Kindern im Kita-Alter jedoch kaum Bestand haben. Die Ankündigung, herausfinden zu wollen, wo die Wahrheit liege, impliziert bereits das Infragestellen der geschilderten Vorfälle.

Was aus Sicht der betroffenen Kinder und ihrer Familien nun das beste ist, ist die drängende Frage. Sollen sie ihre Kinder wieder in die Kita schicken, fragen sich einige Eltern zum Beispiel. Und falls nicht, würden sich ihre Kinder dann aus dem gewohnten Umfeld herausgerissen fühlen und es als Strafe empfinden, dass sie erzählt haben, was ihnen dort Schlimmes passiert ist? Wie soll man mit dem Trauma der kleinen Kinder am besten umgehen?

Vor allem aber: Warum waren solche Übergriffe unter offensichtlich unbeaufsichtigt spielenden Kindern über viele Monate hinweg möglich? Laut Westfalenpost fordern die Eltern inzwischen Einblick in das Schutzkonzept der Kita sowie räumliche und personelle Konsequenzen. Der Beitrag schließt mit dem Appell einer Mutter: „Ich will allen Eltern da draußen nur sagen: Hört euren Kindern zu! Zuhören ist so wichtig. Sonst hätte ich das nie erfahren.“

Zahl der Übergriffe unter Kindern steigt rasant

Laut dem Jahresbericht 2025 des Landesjugendamts Westfalen kommt es zu rasant angestiegenen Fallzahlen von sexuellen Übergriffen unter Kindern. Im Jahr 2025 meldete das Landesjugendamt 182 Fälle von sexuellen Übergriffen durch Kinder. Im Vorjahr waren es noch 135 Fälle. Im Jahr 2023 waren es 101 Fälle und 2022 nur 53 Fälle. Wie hoch das Dunkelfeld sei, könne statistisch nicht dargelegt werden. Vor allem Eltern würden inzwischen zunehmend solche Fälle dem Landesjugendamt melden.

Die starke Zunahme an sexualisierten Übergriffen von Kita-Kindern auf andere Kinder korreliert auffallend mit der Zunahme an „Sexualpädagogischen Konzepten“, die sich derzeit immer mehr Kitas freiwillig geben in Verbindung mit dem seit 2021 verpflichtenden Gewaltschutzkonzept. Die den Kindern hierin zugemutete „Sexuelle Bildung“ betrachtet Kleinkinder als „sexuelle Wesen“ und ermuntert zu Körpererkundungen und „Doktorspielen“. Statt Kindern im Kindergarten unaufgeregt die klare Grenze zu setzen, dass der Intimbereich eines Menschen zu schützen ist und für die Erkundung in der Kita tabu ist, werden vielmehr Räume dafür eröffnet. Das reißt die Schamgrenzen der Kinder ein und leistet Übergriffen Vorschub.

Bevor Eltern ihr Kind in einer Kita anmelden, sollten sie sich daher erkundigen, ob das Gewaltschutzkonzept der Einrichtung auch ein sexualpädagogisches Konzept enthält, sich alle Konzepte zeigen lassen und diese genau prüfen.

Alle wichtigen Infos, worauf bei sexualpädagogischen Konzepten in Kitas zu achten ist, stellen wir Eltern kostenfrei zur Verfügung in unserer neuen Broschüre, „Sexuelle Bildung“ in der Kita? Worauf Eltern achten sollten, die in Kürze erscheint. 

Hier können Sie die Broschüre vorbestellen: https://demofueralle.de/sexuelle-bildung-kita/

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