Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen ist ebenfalls führend in Bezug auf die Umsetzung einer allumfassenden vielfaltspädagogischen Sexualerziehung ab dem frühesten Kleinkindalter. Hier ist auch der Verein SCHLAU e.V. beheimatet. Mit seinen Netzwerken in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Schleswig-Holstein veröffentlichte er eine „bundesweit einheitliche Methodensammlung für die gemeinsame Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit“.

In Nordrhein-Westfalen sollen gemäß Schulgesetz die Schulen das elterliche Erziehungsrecht beachten und „Offenheit und Toleranz gegenüber den unterschiedlichen religiösen, weltan­schaulichen und politischen Überzeugungen“ wahren. Doch die fächerübergreifend zu ertei­lende schulische Sexualerziehung zielt auf die Akzeptanz von sexueller Orientierung und Identität „und den damit verbundenen Beziehungen und Lebensweisen“ ab. Dieses Ziel wird durch die Aktivitäten einer Vielzahl von Lobbygruppen, die ihre Programme in den Schulen anbieten, offensiv gefördert, allen voran SCHLAU NRW –Initiator des bundes­weiten Projekts Schule der Vielfalt – sowie pro familia NRW.

Was den Kita-Bereich anbelangt, so lässt das Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern den einzelnen Einrichtungen freie Hand bei der pädagogischen Konzeption und Ausrichtung. Zahlreiche Kitas nutzen dies zur Einführung übergriffigen sexualpädagogi­schen Konzepten. Nicht weiter überrascht daher, dass laut jüngsten Medienberichten aus dem Februar 2026 die Zahl der sexuellen Übergriffe durch Kinder in den Kitas von NRW in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen ist.

Kita

Obwohl Kindertagesstätten nicht zur Einführung eines sexualpädagogischen Konzeptes verpflichtet sind, werden dort unter dem Deckmantel der Missbrauchsprävention immer häufiger derartige Konzepte eingeführt. Kinder, die sich in diesem frühen Alter noch nicht einmal adäquat sprachlich äußern können, ungefragt und permanent mit sexuellen Themen zu konfrontieren, ist übergriffig, verletzt ihre Intimsphäre und lädt explizit zum Ausprobieren in Rückzugsräumen ein. Hier wird die Aufsichtspflicht verletzt und Missbrauch billigend in Kauf genommen.

Sexualpädagogische Konzeption (DRK-Kindertageseinrichtungen, KV Recklinghausen)

Sexualpädagogische Konzeption / Schutzkonzept (Kindertagesstätten FamilienBande und WeltenBummler, Zülpich)

Sexualpädagogisches Konzept (Integrative Kindertagesstätte Peter Pan e.V., Bielefeld)

Musterbeispiel Sexualpädagogisches Konzept (ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.,  Dortmund)

Sexualpädagogisches Konzept (Evang. Kindergarten Wunderwelt, Preußisch Oldendorf)

Sexualpädagogisches Schutzkonzept (Kath. Inklusive Kindertagesstätte Herz Jesu, Krefeld-Bockum) → pdf anbei

Sexualpädagogisches Konzept (kath. Kita St. Gertrud, Eller-Lierenfeld)

Sexualpädagogisches Rahmenkonzept Kita (Zweckverband katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen)

Schule

Aus Schulmaterialien

  • vielfältig hat eine Broschüre zum Thema Kinder von Regenbogenfamilien in Kita erlassen, in der alle Familienformen gleichgesetzt werden, auch die „Queer-Family“, in der ein Kind „drei oder vier soziale Elternteile“ hat. Denn es gebe ja „keine ‚richtige Mutter‘ und keinen ‚richtigen Vater‘“.
  • Zusammen mit SCHLAU NRW hat Schule der Vielfalt eine Checkliste mit Handlungsempfehlungen: „LSBTI*Q-Lebensentwürfe“ sollen auch ohne konkreten Anlass im Unterricht erwähnt werden; die Materialen und Bücher sollen „Klischees durchbrechen“.
  • Die Broschüre der BZgA für 8- bis 12-JährigeKleines Körper-ABC“ enthält unter anderem detailgetreue realistische Zeichnungen von Erwachsenengenitalien beider Geschlechter und erläutert Begriffe wie „Anmache, Geschlechtskrankheiten, Erogene Zone, Lesbisch sein, Selbstbefriedigung, Orgasmus, Schwul sein, Sex etc.“

Sexualpädagogische Leitlinien

Bildungsgrundsätze für Kinder von 0 bis 10

Gendersensible Bildung / Richtlinien für die Sexualerziehung

Impulse 2020 – für queeres Leben in NRW

Studie zu Lebenslagen von und Erfahrungen von LSBTIQ* in NRW

Elternberichte

  • Eine Mutter berichtet von einer Lehrerin, die den Kindern frank und frei eine Abtreibung gestand und dies als geeignetes Mittel der „Empfängnisverhütung“ darstellte. In einem anderen Fall wurde Grundschulkindern der Geburtsvorgang anschaulich dargestellt, indem eine mit der Lehrerin befreundete Hebamme eine Puppe durch den Ausschnitt eines Pullovers quetschte, während die Lehrkraft dazu passend stöhnte und hechelte.
  • In einer Grundschule mussten Kinder im Alter von 8 bis 9 Jahren unter anderem Kondome über Holzpenisse oder Bananen.
  • Kondomführerschein: Die Workshopleiterin gab den Sechstklässlern die Hausaufgabe, sich allein Kondome zu kaufen und immer in der Tasche zu haben, „falls es mal eine Gelegenheit gibt“.
  • 14jährige Schüler mussten sich ein Theaterstück ansehen, in dem „sich zwei junge Männer minutenlang küssen, sich gegenseitig die Kleider vom Leib reißen und in eindeutiger Absicht hinterm Duschvorhang verschwinden“.
  • Theaterprojekt „Mein Körper gehört mir“, eine interaktive Szenencollage für Kinder in der 3. und 4. Klasse. Inhalt u.a.: Exhibitionismus, Missbrauch in der Familie, Sexualität wird im Sinne der emanzipatorischen Sexualaufklärung den Kindern nahe gebracht: „Tu was du willst, solange du ein gutes Gefühl dabei hast (d.h. es dir Spaß macht)“.

Rechtslage in NRW

Sie als Eltern haben umfassende, gesetzlich geregelte Rechte im Zusammenhang mit der Sexualerziehung in Kita und Schule. Diese sollten Sie zum Wohle Ihres Kindes auch einfordern.

Meine Rechte kennenlernen

Immer häufiger wird der Aufklärungsunterricht an Schulen oder Teile des Unterrichts von sogenannten LSBTIQ-Gruppen durchgeführt – oft ohne die Anwesenheit des Lehrers. LSBTIQ steht für lesbisch, schwul, bi, transsexuell, intersexuell und queer. Queere Bildung will LSBTIQ-Lebensweisen in den Schulen z.B. durch “Authentische Begegnungen mit LSBTIQ*-Aufklärer_innen” erfahrbar machen. In Nordrhein-Westfalen wird dies u.a. durch folgende Projekte verwirklicht:

Aidshilfe NRW e.V.

Die Aidshilfe NRW ist Herausgeber der Broschüre Youthwork NRW – wer wir sind – was wir machen, in der .

dissens INTERVENTIONEN für geschlechtliche & sexuelle VIELFALT

donum vitae NRW

Unter dem Titel Wir reden über Sex! bietet der Verein donum vitae NRW Angebote der sexuellen Bildung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene für den schulischen und außerschulischen Bereich. Themen sind beispielsweise neben „Verhütungskompetenz“ auch „Identität und sexuelle Orientierung“, „Informationen über sexuelle Rechte in Deutschland“, „konsensuelle Sexualität“ oder „Geschlechterrollen aufdecken und hinterfragen“.

Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft Offene Türen NRW

Die Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft Offene Türen NRW engagiert sich in der Jugendarbeit und stellt zum Thema der sexuellen Bildung auf ihrer Internetseite umfangreiches Material zur Verfügung, darunter ein Konzept Sexuelle Bildung, das im Rahmen der Prävention sexualisierter Gewalt entstanden ist.

Katholische Landesarbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendschutz NRW e.V.

Die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft betreibt ein an alle Träger gerichtetes über den Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW bis April 2026 bewilligtes Projekt zur Sexuellen Bildung mit dem Ziel, Mitarbeiter aus der Jugendarbeit zu qualifizieren, „um Kinder und Jugendliche in der Entwicklung ihrer sexuellen Identität zu begleiten“.

Der PARITÄTISCHE Nordrhein-Westfalen

Der hat eine Arbeitshilfe „Zärtlich, sinnlich, schön – kindliche Sexualität Fünf Schritte zum sexualpädagogischen Konzept in Kindertageseinrichtungen“ herausgegeben. Darin heißt es: „Sexuelle Bildung findet immer statt, auch wenn sie nicht thematisiert oder reflektiert wird. In einem ganzheitlichen Ansatz findet die körperliche, soziale, kulturelle und geschlechtsspezifische Entwicklung der Kinder Berücksichtigung. Die Kinder wachsen somit auch im Bereich der sexuellen Bildung geschützt, gefördert und altersgerecht beteiligt auf“.

pro familia Landesverband Nordrhein-Westfalen

Pro familia NRW bietet „einfühlsame Aufklärung und fachkundige Informationen zu Sexualität, Liebe und Partnerschaft, Verhütung, HIV und STIs und vielem mehr“ und richtet sich mit seinen Workshops unter anderem auch an Schulklassen. Das zugrunde liegende Konzept lässt sich in der 2025 veröffentlichten Broschüre Sexualpädagogik und Sexuelle Bildung bei pro familia NRW nachlesen. Pro familia NRW engagiert sich auch bei Youthwork, einem dem Prinzip der Lustfreundlichkeit verpflichteten sexualpädagogischen Netzwerk.

pro familia Nordrhein-Westfalen – Beratungsstellen Köln

Die beiden Beratungsstellen von pro familia Köln bieten im Rahmen der sexuellen Bildung Projekte der für Schulklassen in ihren Räumlichkeiten zu Themen wie „Pille danach“, „Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch“, oder „schwul oder lesbisch sein“ an.

Achtung! Beworben wird das Angebot wie folgt: „Fünf gute Gründe mit Eurer Schulklasse zu uns zu kommen: 1. Wir arbeiten ohne Lehrerin oder Lehrer. 2. Wir geben keine Schulnoten und alle Fragen sind erwünscht. 3. Wir sind Fachleute, die es gewohnt sind, unverklemmt auch über heikle Themen zu sprechen. 4. Wir stehen unter Schweigepflicht und erzählen keinem, was Ihr persönlich gesagt habt. 5. Wir trennen Gruppen meistens nach Jungen und Mädchen. Vielen fällt es dann leichter, über Körper, Verhütung und Sexualität zu sprechen.

Queeres Netzwerk Nordrhein-Westfalen

Das Queere Netzwerk agiert als „landesweiter Fachverband für Organisationen der LSBTIAQ+ Communities“, in dem mehr als 80 Verbände organisiert sind. Es ist politischer Lobbyverein „im Bereich sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Von und für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Pansexuelle, asexuelle, aromantische, trans*, inter* und nichtbinäre und queere Menschen in NRW“.

Das Netzwerk gibt u.a. die Broschüre Queer in der Kita! mit „Informationen und Praxisimpulse für eine queer-inklusive Elementarpädagogik in der Kindertagesbetreuung“ heraus.

Zu seiner Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit heißt es: „In Workshops mit Schulklassen, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bieten ehrenamtliche Teams die Möglichkeit, mit jungen lesbischen, schwulen, bi, trans*, inter*, asexuellen, aromantischen und queeren Menschen ins Gespräch zu kommen. Mittels pädagogischer Methoden und evaluierter Konzepte gelingt ein unaufgeregter Einstieg in die Themengebiete. Teamer*innen und Jugendliche sprechen dabei über Lebenswirklichkeiten und Biografien, Coming-out, Diskriminierungserfahrungen sowie Vorurteile und Rollenbilder.“

SCHLAU Köln e.V.

Der Verein SCHLAU Köln e.V. ist als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe ein „Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt“ und bietet „Workshops zu sexueller, romantischer und geschlechtlicher Vielfalt für Jugendliche in Köln an“: „Wir informieren in unseren Workshops über die Vielfalt sexueller und romantischer Orientierungen sowie über die Bandbreite geschlechtlicher Identitätsmöglichkeiten. Gleichzeitig bieten unsere Workshops die Möglichkeit, ins Gespräch mit lesbischen, schwulen, bi, pan, aromantischen, asexuellen, questioning, trans*, nicht-binären, inter* und queeren Menschen zu kommen, da alle Teamer*innen unterschiedliche Hintergründe mitbringen und darüber in den Workshops berichten können.“

Durch das Vermitteln von Akzeptanz von Unterschiedlichkeit und Vielfalt arbeiten wir darauf hin, dass die Gesellschaft die gleichen Lebens- und Teilhabechancen für BI_PoC (Black Indigenous_ People of Colour), Menschen mit unterschiedlicher sozialer Herkunft, Religion, unterschiedlichen Beziehungs- und Familienformen, körperlichen sowie mentalen Eigenschaften und jeglichen Alters eröffnet.“

Der Verein orientiert sich in seiner Arbeit an den Qualitätsstandards von SCHLAU NRW.

Schule der Vielfalt Nordrhein-Westfalen

Die in Nordrhein-Westfalen initiierte und vom Ministerium für Schule und Weiterbildung geförderte Schule der Vielfalt ist ein Kooperationsprojekt von RUBICON e.V. (Köln),
SCHLAU NRW (schwul lesbisch bi trans* Aufklärung in Nordrhein-Westfalen) und Rosa Strippe e.V. (Bochum). und inzwischen „ein bundesweit ausgerichtetes Antidiskriminierungsnetzwerk mit Projektschulen in 8 von 16 Bundesländern“, mit aktuell 120 Projektschulen in NRW.

Die NRW-Landeskoordination für Schule der Vielfalt – angesiedelt bei dem Bochumer Verein Rosa Strippe e.V. – hat in Zusammenarbeit mit der Planungsgruppe „Gender & Diversität“ bei der Bezirksregierung Köln eine Broschüre mit dem Titel Materialien und Projekte für mehr Respekt und Akzeptanz herausgegeben , in der unter anderem Fünf Schritte zu einer queerfreundlichen Schule ausführlich beschrieben und Argumente gegen entsprechende Bedenken und Vorbehalte angeführt werden.

Youthwork

Youthwork, das „Netzwerk von sexualpädagogischen Fachkräften in Nordrhein-Westfalen mit dem Schwerpunkt HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI)“ verschreibt sich dem Prinzip der Lustfreundlichkeit und propagiert „eine lustvolle, vorbehaltslose und solidarische Sexualpädagogik, die Prävention von HIV/STI für junge Menschen aus einer ganzheitlichen Sicht anbietet“ und in deren Mittelpunkt die „Themen selbstbestimmte Sexualität, sexuelle Gesundheit, Schwangerschaft und Elternschaft, Safer Sex und Verhütung, sexuelle Vielfalt, Liebe und Beziehung“ stehen.

Ansprechpartner und Kontakt

Regine Scheffer
E-Mail: kontakt@elternaktion.de