In Mecklenburg-Vorpommern schreibt das Schulgesetz zwar vor, dass die Schulen „die religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen der Schüler, Erziehungsberechtigten und Lehrer sowie das verfassungsmäßige Recht der Erziehungsberechtigten auf Erziehung ihrer Kinder zu achten“ haben. Gleichzeitig muss jedoch das weltanschaulich nicht neutrale Gender Mainstreaming berücksichtigt werden. So sehen die „Empfehlungen für Lehrkräfte zur sexuellen Bildung und Erziehung“ sexuelle Bildung im Sinne des lebenslangen Lernens von Menschen aller Altersgruppen, die „den ganzen Menschen durch lernfördernde Impulse“ anspreche.
Im Kita-Bereich zielt das Kindertagesförderungsgesetz auf das elterliche Erziehungsrecht und die Zusammenarbeit mit der Einrichtung zur Wahrung des Kindeswohls ab. Gleichwohl wird in der Bildungskonzeption für 0- bis 10-jährige Kinder in Mecklenburg-Vorpommern Sexualbildung als „eine Grundlage für die Prävention von sexuellem Missbrauch“ gesehen und dabei die Kinder – nicht die Erwachsenen – als Adressaten in den Blick genommen und zahlreiche örtliche Lobbygruppen drängen mit ihren Programmen in die Schulen.
Kita
Obwohl Kindertagesstätten nicht zur Einführung eines sexualpädagogischen Konzeptes verpflichtet sind, werden dort unter dem Deckmantel der Missbrauchsprävention immer häufiger derartige Konzepte eingeführt. Kinder, die sich in diesem frühen Alter noch nicht einmal adäquat sprachlich äußern können, ungefragt und permanent mit sexuellen Themen zu konfrontieren, ist übergriffig, verletzt ihre Intimsphäre und lädt explizit zum Ausprobieren in Rückzugsräumen ein. Hier wird die Aufsichtspflicht verletzt und Missbrauch billigend in Kauf genommen.
Sexualpädagogisches Konzept (Kita „Spatzennest“ Kessin, ASB Küstenkinder gGmbH)
Frühsexualisierung und Sexualpädagogik im Kita- und Grundschulalter (Kl. Anfrage Landtag Mecklenburg-Vorpommern)
Schule
Sexualpädagogische Leitlinien
Rahmenlehrpläne für die allgemein bildenden Fächer
Rahmenlehrplan Gesundheitserziehung (s. 3.4 Sexualerziehung)
Bildungskonzeption für 0- bis 10-jährige Kinder in Mecklenburg-Vorpommern (s. letzte Rubrik unter Kindertagesstätten)
Landesaktionsplan für die Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in MV
Rechtslage in Mecklenburg-Vorpommern
Sie als Eltern haben umfassende, gesetzlich geregelte Rechte im Zusammenhang mit der Sexualerziehung in Kita und Schule. Diese sollten Sie zum Wohle Ihres Kindes auch einfordern.
Immer häufiger wird der Aufklärungsunterricht an Schulen oder Teile des Unterrichts von sogenannten LSBTIQ-Gruppen durchgeführt – oft ohne die Anwesenheit des Lehrers. LSBTIQ steht für lesbisch, schwul, bi, transsexuell, intersexuell und queer. Queere Bildung will LSBTIQ-Lebensweisen in den Schulen z.B. durch “Authentische Begegnungen mit LSBTIQ*-Aufklärer_innen” erfahrbar machen. In Mecklenburg-Vorpommern wird dies u.a. durch folgende Projekte verwirklicht:
AIDS-Hilfe
Die Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Aufklärung in Westmecklenburg e.V. der AIDS-Hilfe bietet in „Wismar, Schwerin sowie den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim Präventionsveranstaltungen zu folgenden Themen“ an: Sexualität, sexuelle Gesundheit, Verhütungsmethoden, Liebesleben, HIV/Aids & STI. Zudem hat sie mit ihrer Wissenstrecke einen „interaktiven Parcour zum Thema Sexualität“ für Schüler in Kleingruppen im Angebot, mit der „Schulstoff rund um das Thema Leibe und Sexualität ergänzt“ und die „Nachhaltigkeit gefördert“ werden sollen: „Neben der Wissensvermittlung soll an diesen Tag auch der Spaß nicht zu kurz kommen. An jeder Station sammeln die Schüler*innen auf spielerische Art und Weise Punkte für ihre Gruppe. Durch Treffsicherheit an der Torwand, Wissen über den Kondomgebrauch oder durch Geschick an der Fummelwand können zusätzliche Punkte gesammelt werden. Haben die Schüler*innen alle Stationen des Parcours durchlaufen winken bei der anschließenden Siegerehrung für die erarbeiteten Punkte unterschiedliche Sachpreise“.
Centrum für sexuelle Bildung
Das in Rostock und Neubrandenburg angesiedelte Centrum für sexuelle Bildung bietet „professionelle, entwicklungsgerechte und teilnehmendenorientierte sexuelle Bildung für Kinder und Jugendliche ab der 4. Klasse bis zum Abitur und ist auch für Teilnehmer*innen mit Lernschwäche oder Sprachbarrieren“.
dissens INTERVENTIONEN für geschlechtliche & sexuelle VIELFALT
inteam – Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung Mecklenburg-Vorpommern
Die Landesfachstelle inteam bietet u.a. im Rahmens des Landesprojekts „Lebensvielfalt Èntdecken, Schauen, Fühlen‘ mit der Kindergartenbox“ eine Weiterbildung „für Fachkräfte zur frühkindlichen sexuellen Bildungsarbeit“.
rat+tat e.V. – Verein für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt
Der in Rostock beheimatete Verein bietet vor Ort Workshops für Schulklassen an, in denen es u.a. um die „Einführung in LSBTIQA*- Begrifflichkeiten“ und „Split-Attraction-Modelle/ Formen von Anziehungen“ oder „Coming-out“ sowie „Trans* und Transition“ und „Intergeschlechtlichkeit“ geht. Auch „Rollenbilder und ihre toxischen Anteile“ werden thematisiert.
rosalila
Der Neubrandenburger Verein rosalila bietet außerschulische Bildungsprojekte für Jugendliche an zu Themen wie „‘Hetero, Homo, Bi oder was?‘ – Sexuelle Identität(en)“, „‘Männlich, weiblich, trans*, inter* oder was?‘ – Geschlechtliche Identität(en)“ und „‘Deine Sexualität – Deine Rechte!“ sowie „‘Schwule Sau‘, ‚Du Transe“, „Kampflesbe‘ – Was tun bei Diskriminierung?“, die jedoch auch im Rahmen von Ganztagsschulangeboten durchgeführt werden können.
ÄHNLICHE PROJEKE
Weitere sexualpädagogische Angebote für Kita und Schule sind hier aufgelistet.
