Das hessische Schulgesetz sieht vor, dass bei der Sexualerziehung Zurückhaltung zu wahren und jede einseitige Beeinflussung zu vermeiden ist. Zudem müssen Lehrer in Schule und Unterricht politische, religiöse und weltanschauliche Neutralität wahren. Von dieser Theorie ist man in der Praxis weit entfernt. So könne man sich laut Lehrplan Sexualerziehung in Bezug auf die Sexualität „nicht auf Wissensvermittlung (Sexualkunde) beschränken“, so dass frühzeitig über „unterschiedliche sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten (Hetero-, Bi-Homo- und Transsexualität“ aufgeklärt wird.
Für den Kita-Bereich gilt laut Hessischem Kinder- und Jugendhilfegesetz, dass zwar die Tageseinrichtung einen eigenständigen Bildungs- und Erziehungsauftrag hat, die Eltern aber vor Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten der Bildung, Erziehung und Betreuung zu unterrichten und angemessen zu beteiligen sind (Bildungs- und Erziehungspartnerschaft).
Kita
Obwohl Kindertagesstätten nicht zur Einführung eines sexualpädagogischen Konzeptes verpflichtet sind, werden dort unter dem Deckmantel der Missbrauchsprävention immer häufiger derartige Konzepte eingeführt. Kinder, die sich in diesem frühen Alter noch nicht einmal adäquat sprachlich äußern können, ungefragt und permanent mit sexuellen Themen zu konfrontieren, ist übergriffig, verletzt ihre Intimsphäre und lädt explizit zum Ausprobieren in Rückzugsräumen ein. Hier wird die Aufsichtspflicht verletzt und Missbrauch billigend in Kauf genommen.
Sexualpädagogisches Konzept der Kita St. Michael (Bistum Fulda)
Sexualpädagogisches Konzept – Evangelisches Familienzentrum Hansenhaus (Marburg)
Der sexualpädagogische Leitfaden (Kath. Kita St. Georg, Pfaffenwiesbach)
Gewaltschutzkonzept (Kita Pusteblume, Malsfeld)
Schule
Elternberichte
- Schockierte Eltern berichten von ihrem Kind (4. Klasse), das im Unterricht Kondome über Holzpenisse und Bananen ziehen muss.
- Eine Mutter berichtet, wie es Ihrem „Sohn in der Grundschule von pro familia verboten wurde, mit den Eltern über das zu reden, was in dem Unterricht besprochen wurde.“
- Biologieunterricht 6. Klasse: Eine Schülerin erzählt ihrer Mutter, wie sie im Unterricht mit Begriffen wie „Fotze, Titten, Wichsen und Blasen“ konfrontiert wurde.
Rechtslage in Hessen
Sie als Eltern haben umfassende, gesetzlich geregelte Rechte im Zusammenhang mit der Sexualerziehung in Kita und Schule. Diese sollten Sie zum Wohle Ihres Kindes auch einfordern.
Immer häufiger wird der Aufklärungsunterricht an Schulen oder Teile des Unterrichts von sogenannten LSBTIQ-Gruppen durchgeführt – oft ohne die Anwesenheit des Lehrers. LSBTIQ steht für lesbisch, schwul, bi, transsexuell, intersexuell und queer. Queere Bildung will LSBTIQ-Lebensweisen in den Schulen z.B. durch “Authentische Begegnungen mit LSBTIQ*-Aufklärer_innen” erfahrbar machen. In Hessen wird dies u.a. durch folgende Projekte verwirklicht:
dissens INTERVENTIONEN für geschlechtliche & sexuelle VIELFALT
pro familia Hessen
Die Beratungsstelle Frankfurt von pro familia Hessen verleiht einen Verhütungsmittelkoffer mit „alle[n] gebräuchliche[n] Verhütungsmitteln und Broschüren zum Thema“. Zudem bietet sie – basierend auf „der IPPF Charta der sexuellen und reproduktiven Rechten sowie … aktuellen Erkenntnissen der Sexualwissenschaft“ mit ihrem Team Sexuelle Bildung „einen pädagogischen Rahmen, in dem sie in altersgemäßer und respektvoller Weise über Körper, Liebe, Freundschaft und Sexualität sprechen können“. Dabei kommt ein großer „Fundus an Materialien, Medien und Methoden, um die Veranstaltungen lebendig und anschaulich zu gestalten,“ zum Einsatz. Auch ein Workshop zum Thema Schwangerschaftsabbruch ist Teil des Angebots.
SCHLAU Hessen
Der vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales geförderte Verein SCHLAU Hessen koordiniert das „Landesnetzwerk der SCHLAU-Lokalprojekte“ in:
Darmstadt (Träger: vielbunt e.V.)
Frankfurt (gefördert vom Stadtschulamt der Stadt, Träger: Aids-Hilfe Frankfurt e.V.); Workshops finden im queeren Jugendzentrum KUSS41 statt.
Kassel (Träger: Aids-Hilfe Kassel e.V.)
Marburg/Gießen (Träger: pro familia Marburg, pro familia Gießen, Jugendbildungswerk Gießen)
Wiesbaden (Träger: AIDS-Hilfe und Warmes Wiesbaden).
Unter anderem leistet SCHLAU Hessen queere Bildungs- und Diskriminierungsarbeit und bietet Workshops ab der 8. Klasse an, in denen queere Menschen über ihr Coming-Out, die eigene Biografie sowie persönliche Diskriminierungserfahrungen sprechen: In Workshops mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ermöglichen wir es den Teilnehmenden, mit queeren Menschen ins Gespräch zu kommen und bieten einen niedrigschwelligen Einstieg in das große Themenfeld der sexuellen, romantischen und geschlechtlichen Vielfalt.
Dabei lautet die Empfehlung, dass Lehrer nicht an den Workshops teilnehmen. In diesem Zusammenhang verpflichten sich die für SCHLAU Hessen aktiven „Teamer_Innen“, „aktiv Stellung gegen sexistisches, rassistisches, trans*phobes, inter*phobes, a*phobes, homophobes, diskriminierendes und gewalttätiges verbales und nonverbales Verhalten“ zu beziehen sowie „abwertendes Verhalten“ zu benennnen und nicht zu tolerieren.
