Schleswig-Holstein
Am Institut für Pädagogik der in Schleswig-Holstein beheimateten Christian-Albrechts-Universität Kiel wirkte in den 1990er Jahren Uwe Sielert, der die vielfaltsbasierte Sexualpädagogik in der Tradition des pädophilen Missbrauchstäters Helmut Kentlers durch seine universitäre Tätigkeit wesentlich mitprägte und weiterentwickelte. Entsprechende „Forschungsansätze“ werden bis heute dort verfolgt (z.B. Promotion „Sexuelle Bildung und Prävention sexueller Gewalt in Schule. Qualitative Studie zu den Bedarfen von Schüler*innen an Lehrer*innen und externe Fachkräfte.“).

Die Schule soll laut holsteinischem Schulgesetz soll der fächerübergreifende Sexualkunde­unterricht „die Sexualerziehung durch die Eltern in altersgemäßer Weise … ergänzen“. Die Einzelheiten der „sexuellen Bildung“ sind in den Lehrplänen festgelegt, so beispielsweise im Sachunterricht der Grundschule im „3.2.3 Themenfeld: Gesundheit“. In der Sekundar­stufe I ist das Thema u.a. Gegenstand der Fachanforderungen für NaWi, Biologie, Deutsch und Darstellendes Spiel.

Was den Kita-Bereich anbelangt, so heißt es in den Leitlinien für Bildung und Erziehung in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege: „Auch queere Lebensformen als Oberbegriff für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter*, asexuelle und weitere nicht heteronormative Menschen oder Lebensweisen können bereits ein Thema in der Kinder­tageseinrichtung oder der Kindertagespflege sein.“

Kita

Obwohl Kindertagesstätten nicht zur Einführung eines sexualpädagogischen Konzeptes verpflichtet sind, werden dort unter dem Deckmantel der Missbrauchsprävention immer häufiger derartige Konzepte eingeführt. Kinder, die sich in diesem frühen Alter noch nicht einmal adäquat sprachlich äußern können, ungefragt und permanent mit sexuellen Themen zu konfrontieren, ist übergriffig, verletzt ihre Intimsphäre und lädt explizit zum Ausprobieren in Rückzugsräumen ein. Hier wird die Aufsichtspflicht verletzt und Missbrauch billigend in Kauf genommen.

Einrichtungsbezogenes sexualpädagogisches Konzept (ev. Kindertagesstätte St. Willehad, Groß Grönau)

Kinderschutzkonzept (Schoolbarg Kita, Gemeinde Fockbek)

Schutzkonzept der städtischen Kindertagesstätten (Norderstedt)

Sexualpädagogisches Konzept (Kita Zwergenhütte, Bönningstedt)

Schule

Sexualpädagogische Leitlinien

Lehrpläne

Echte Vielfalt

Rechtslage in Schleswig-Holstein

Sie als Eltern haben umfassende, gesetzlich geregelte Rechte im Zusammenhang mit der Sexualerziehung in Kita und Schule. Diese sollten Sie zum Wohle Ihres Kindes auch einfordern.

Meine Rechte kennenlernen

Immer häufiger wird der Aufklärungsunterricht an Schulen oder Teile des Unterrichts von sogenannten LSBTIQ-Gruppen durchgeführt – oft ohne die Anwesenheit des Lehrers. LSBTIQ steht für lesbisch, schwul, bi, transsexuell, intersexuell und queer. Queere Bildung will LSBTIQ-Lebensweisen in den Schulen z.B. durch “Authentische Begegnungen mit LSBTIQ*-Aufklärer_innen” erfahrbar machen. In Schleswig-Holstein wird dies u.a. durch folgende Projekte verwirklicht:

Aidshilfe Kiel e.V.

Die Fachstelle für Gesundheit und Sexualität der Aidshilfe Kiel e.V. bietet einen Präventionsparcours „Liebe, Sex und mehr …“ für Schüler ab der 8. Klasse „zu den Themen Liebe, Sex, HIV, andere STI, Gesundheit und Diskriminierung“, und wollen diesen “ein Basiswissen mitgeben, mit dem sie besser vorbereitet in die Zukunft gehen können.“

Methoden der Wissensvermittlung: „Spiele, Theorieinputs, Diskussionen, Tafelbilder und Themenwände, an denen z. B. (spielerisch) die Übertragungswege erlernbar sind.“

Hinweis: „Lehrer:innen nehmen an unserem Unterricht nicht teil“.

dissens INTERVENTIONEN für geschlechtliche & sexuelle VIELFALT

Frauenzentrum Schleswig e.V.

Das Frauenzentrum Schleswig e.V. bietet im Rahmen der Prävention auch sexualpädagogische Angebote „wie z.B. Verhütung, Schwangerschaft, Elternschaft, Schwangerschaftskonflikt“ für Schulklassen an, die auf Anfrage vereinbart werden können.

PETZE-Institut

Das PETZE-Institut für Gewaltprävention gGmbH in Kiel hat sich der Prävention von sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt verschrieben und qualifiziert dafür „bundesweit Fachkräfte, die mit Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen arbeiten“.

Für Schüler der 2.-4. Klasse gibt es das Modul ECHT KLASSE! Spielstationen zum Starksein. Interaktive Präventions-Ausstellung zu den sechs Themenbereichen „Mein Körper gehört mir!“, „Ich kenne gute und schlechte Gefühle“, Es gibt gute und schlechte Geheimnisse“, „Es gibt angenehme und unangenehme Berührungen“, „Ich darf NEIN sagen“ und „Ich kann mir Hilfe holen“.

Das Programm ECHT KRASS! Sexuelle Grenzverletzungen. Interaktiver Präventions-Parcours ab Klasse 8 und Jugendhilfe enthält fünf Lernstationen zu den Themen „Sex sells: sexistische Werbung und Pornografie“, „Trial & Error: eigene Bedürfnisse und die des/der Partner*in“, „Stop & Go: Kommunikation in Teenagerbeziehungen“, „Love & Hate: Gruppendruck und emotionale Abhängigkeiten“, „Law & Order: Gesetzeslage und Hilfe bei sexuellen Grenzverletzungen“.

pro familia Schleswig-Holstein

Im Rahmen seiner Sexuellen Bildung bietet der pro familia Landesverband Schleswig-Holstein sexualpädagogische Projekte für Kinder und Jugendliche in Kindertagesstätten, Schulen und Jugendeinrichtungen, darunter Ziggy zeigt Zähne, ein dreitägiges „Präventionsangebot gegen sexuelle Gewalt für Grundschüler*innen, Eltern und Fachpersonal“ ab der 3. Klasse an den pro familia-Standorten in Kiel, Flensburg, Itzehoe und Neumünster. Der Fokus liegt auf sexueller Selbstbestimmung und Kinderrechten.

Ansprechpartner und Kontakt

Regine Scheffer
E-Mail: kontakt@elternaktion.de