Die Schule soll laut holsteinischem Schulgesetz soll der fächerübergreifende Sexualkundeunterricht „die Sexualerziehung durch die Eltern in altersgemäßer Weise … ergänzen“. Die Einzelheiten der „sexuellen Bildung“ sind in den Lehrplänen festgelegt, so beispielsweise im Sachunterricht der Grundschule im „3.2.3 Themenfeld: Gesundheit“. In der Sekundarstufe I ist das Thema u.a. Gegenstand der Fachanforderungen für NaWi, Biologie, Deutsch und Darstellendes Spiel.
Was den Kita-Bereich anbelangt, so heißt es in den Leitlinien für Bildung und Erziehung in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege: „Auch queere Lebensformen als Oberbegriff für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter*, asexuelle und weitere nicht heteronormative Menschen oder Lebensweisen können bereits ein Thema in der Kindertageseinrichtung oder der Kindertagespflege sein.“
Kita
Obwohl Kindertagesstätten nicht zur Einführung eines sexualpädagogischen Konzeptes verpflichtet sind, werden dort unter dem Deckmantel der Missbrauchsprävention immer häufiger derartige Konzepte eingeführt. Kinder, die sich in diesem frühen Alter noch nicht einmal adäquat sprachlich äußern können, ungefragt und permanent mit sexuellen Themen zu konfrontieren, ist übergriffig, verletzt ihre Intimsphäre und lädt explizit zum Ausprobieren in Rückzugsräumen ein. Hier wird die Aufsichtspflicht verletzt und Missbrauch billigend in Kauf genommen.
Einrichtungsbezogenes sexualpädagogisches Konzept (ev. Kindertagesstätte St. Willehad, Groß Grönau)
Kinderschutzkonzept (Schoolbarg Kita, Gemeinde Fockbek)
Schutzkonzept der städtischen Kindertagesstätten (Norderstedt)
Sexualpädagogisches Konzept (Kita Zwergenhütte, Bönningstedt)
Schule
Rechtslage in Schleswig-Holstein
Immer häufiger wird der Aufklärungsunterricht an Schulen oder Teile des Unterrichts von sogenannten LSBTIQ-Gruppen durchgeführt – oft ohne die Anwesenheit des Lehrers. LSBTIQ steht für lesbisch, schwul, bi, transsexuell, intersexuell und queer. Queere Bildung will LSBTIQ-Lebensweisen in den Schulen z.B. durch “Authentische Begegnungen mit LSBTIQ*-Aufklärer_innen” erfahrbar machen. In Schleswig-Holstein wird dies u.a. durch folgende Projekte verwirklicht:
Aidshilfe Kiel e.V.
Die Fachstelle für Gesundheit und Sexualität der Aidshilfe Kiel e.V. bietet einen Präventionsparcours „Liebe, Sex und mehr …“ für Schüler ab der 8. Klasse „zu den Themen Liebe, Sex, HIV, andere STI, Gesundheit und Diskriminierung“, und wollen diesen “ein Basiswissen mitgeben, mit dem sie besser vorbereitet in die Zukunft gehen können.“
Methoden der Wissensvermittlung: „Spiele, Theorieinputs, Diskussionen, Tafelbilder und Themenwände, an denen z. B. (spielerisch) die Übertragungswege erlernbar sind.“
Hinweis: „Lehrer:innen nehmen an unserem Unterricht nicht teil“.
dissens INTERVENTIONEN für geschlechtliche & sexuelle VIELFALT
Frauenzentrum Schleswig e.V.
Das Frauenzentrum Schleswig e.V. bietet im Rahmen der Prävention auch sexualpädagogische Angebote „wie z.B. Verhütung, Schwangerschaft, Elternschaft, Schwangerschaftskonflikt“ für Schulklassen an, die auf Anfrage vereinbart werden können.
PETZE-Institut
Das PETZE-Institut für Gewaltprävention gGmbH in Kiel hat sich der Prävention von sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt verschrieben und qualifiziert dafür „bundesweit Fachkräfte, die mit Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen arbeiten“.
Für Schüler der 2.-4. Klasse gibt es das Modul ECHT KLASSE! Spielstationen zum Starksein. Interaktive Präventions-Ausstellung zu den sechs Themenbereichen „Mein Körper gehört mir!“, „Ich kenne gute und schlechte Gefühle“, Es gibt gute und schlechte Geheimnisse“, „Es gibt angenehme und unangenehme Berührungen“, „Ich darf NEIN sagen“ und „Ich kann mir Hilfe holen“.
Das Programm ECHT KRASS! Sexuelle Grenzverletzungen. Interaktiver Präventions-Parcours ab Klasse 8 und Jugendhilfe enthält fünf Lernstationen zu den Themen „Sex sells: sexistische Werbung und Pornografie“, „Trial & Error: eigene Bedürfnisse und die des/der Partner*in“, „Stop & Go: Kommunikation in Teenagerbeziehungen“, „Love & Hate: Gruppendruck und emotionale Abhängigkeiten“, „Law & Order: Gesetzeslage und Hilfe bei sexuellen Grenzverletzungen“.
pro familia Schleswig-Holstein
Im Rahmen seiner Sexuellen Bildung bietet der pro familia Landesverband Schleswig-Holstein sexualpädagogische Projekte für Kinder und Jugendliche in Kindertagesstätten, Schulen und Jugendeinrichtungen, darunter Ziggy zeigt Zähne, ein dreitägiges „Präventionsangebot gegen sexuelle Gewalt für Grundschüler*innen, Eltern und Fachpersonal“ ab der 3. Klasse an den pro familia-Standorten in Kiel, Flensburg, Itzehoe und Neumünster. Der Fokus liegt auf sexueller Selbstbestimmung und Kinderrechten.
