Doktorspiele in Kita: Eine Familie kämpft für ihre Kinder

Aus der Kita.“ So antwortete der Vierjährige, als sein Vater fragte, woher die Idee stamme, dem halb so alten Bruder die Hose herunterzuziehen. Der Junge schilderte, ältere Jungen hätten ihn in einem unbeobachteten Raum der Turnhalle bedrängt und im Genitalbereich angefaßt. Die Eltern Hans und Kübra aus Baunatal in Hessen sind schockiert.

Bei der Anmeldung in der Kita hatten sie ausdrücklich gefragt, ob es etwa einen Raum für „Doktorspiele“ gebe. Mit der verneinenden Antwort, dies gebe es nicht, waren die Eltern beruhigt. Daß sich jedoch im Gewaltschutzkonzept der Kita auch ein „sexualpädagogisches Konzept“ verbirgt, das für alle 17 städtischen Kitas gilt, und was darin steht, das erfuhren sie nicht: Wenn Kinder „den Körper anderer Kinder“ erkunden wollen, wird das geduldet, solange es „einvernehmlich“ geschieht. 

Die Eltern wollen das nicht. Der Vater sagt: „Die Hose sollte oben bleiben. Es sind Kinder.“ Die Mutter ergänzt: „Was ist Zwang, was freiwillig? Mein Sohn würde zu allem ja sagen.“ Die haarsträubende Antwort der Kita an die Eltern: „Dann sind Sie in der falschen Einrichtung.“

Elternrecht wird ignoriert

Nachdem weitere „Doktorspiele“ auftauchen, werden Kinder mehrerer Familien vorübergehend nicht mehr in der Kita abgegeben. Hans und Kübra haben ihre zwei Kinder bereits abgemeldet. Die Kita lenkt daraufhin ein und verspricht, „Doktorspiele“ zunächst zu unterbinden und Eltern das Konzept genauer vorzustellen. Die Stadt räumt ein, es seien „offensichtlich Fehler passiert“. Das Konzept bleibt jedoch bestehen.

Dieser Vorfall zeigt, wie wichtig ausführliche Nachfragen von Eltern sind. In vielen Kitas werden Eltern die brisanten Passagen solcher Konzepte vorenthalten, was ein klarer Verstoß gegen das Erziehungsrecht der Eltern ist. Hinter dem harmlosen Wort „Doktorspiele“ steckt ein System, das wir mit unserer Doku „Tatort Kita“ offengelegt haben.

Viele Eltern erleben solche Konflikte mit der Kita- oder Schulleitung zum ersten Mal. Sie wissen noch nichts von den gefährlichen Thesen der Kentler-Sielert-Schule, die in den meisten sexualpädagogischen Konzepten stecken oder in Gewaltschutzkonzepten versteckt werden.