Eltern auf den Barrikaden: „Sexuelle Bildung stoppen!“

„Wir wehren uns kategorisch gegen die institutionelle Frühsexualisierung unserer Kinder.“ Diese klare Ansage hat das „Elternnetzwerk-Kinderschutz und Prävention“ an das Erzbistums Hamburg gerichtet. Auf ihrem Online-Informationsabend am 6. Juli ließ die Hamburger Elterninitiative keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie ihre Kinder vor dem neuen Rahmenkonzept Sexuelle Bildung“ des Erzbistums Hamburg schützen werden. 

Der Protest der Eltern gegen das Konzept, das ab dem Schuljahr 2026/2027 für alle katholischen Schulen des Erzbistums Hamburg gelten soll, finde bereits im Vatikan Gehör, sagte Varinia Arauco Vera, Sprecherin des Elternetzwerks. Und der Referent des Abends, ein Vater aus dem Netzwerk, ergänzte, sämtliche Forderungen der Eltern stünden im Einklang mit der katholischen Lehre. Man habe die katholische Weltkirche im Rücken. 

Wir erwarten von den katholischen Schulen, dass sie das katholische normative Sexualitäts-, Ehe-, und Familienmodell positiv als Grundlage einer gesunden und stabilen Gesellschaft vermitteln“, lautete die zentrale Forderung. Denn weder das katholische Menschen- und Familienbild, noch das katholische Verständnis von Sexualität und Ehe, was eigentlich der Ausgangspunkt für eine katholische Schule sein sollte, spiele im neuen Rahmenkonzept noch eine Rolle. Ganz im Gegenteil: Die klare Position der katholischen (Welt-) Kirche zu Ehe, Familie und Sexualität – so legte es der Vortrag unmissverständlich dar – würde nunmehr durch eine ideologische Neuausrichtung namens „geschlechtliche und sexuelle Vielfalt“ ersetzt. 

Kinder seien von Geburt an „sexuelle Wesen“, so behauptet es das Rahmenkonzept, ohne dafür eine wissenschaftliche Grundlage zu nennen. Die aus einer erwachsenen Perspektive als „sexuelle Wesen“ betrachteten Kinder sollen in den katholischen Einrichtungen fortan im Sinne dieser Vielfalts- und Gender-Ideologie indoktriniert werden. So fasste der Referent, der, um seine Kinder zu schützen, seinen vollen Namen nicht nannte, die Absicht des Rahmenkonzepts zusammen. 

Akzeptanzforderung hebelt Elternrechte aus 

Lange bevor man sich zu einem Netzwerk zusammenfand, waren einige Eltern schon unabhängig voneinander entsetzt darüber, dass in den Schulen nun fächerübergreifend die Akzeptanz sexueller Vielfalt auf dem Lehrplan steht und externe LSBT-Gruppen nach ihren Vorstellungen Kinder sexualisieren dürfen. Das Einfordern von Akzeptanz ist dabei einer ihrer wesentlichen Kritikpunkte. Das pädagogische Ziel sei es nämlich, dass die Kinder die queeren Lebens- und Liebesweisen, die von Polygamie bis Transsexualität reichen, gutheißen, unterstützen und in ihr Weltbild übernehmen sollen. Ganz bewusst solle mit dieser Akzeptanzforderung das Grundrecht der Eltern auf Erziehung ausgehebelt werden, machte der Referent die Tragweite des Konzepts deutlich. 

Aus Einzelkämpfern wurde schnell eine größere Gruppe an Eltern. Mit jedem gescheiterten Dialog-Versuch seitens der Eltern in Richtung Erzbistum wuchs das Elternnetzwerk immer weiter. Inzwischen gibt es eine fundierte Webseite, die über die Hintergründe des seit Mitte 2025 veröffentlichten Rahmenkonzepts für „sexuelle Bildung“ informiert. Die Sicht der Eltern und ihre Forderungen sind zudem in einem ausführlichen und tiefgehend recherchierten Positionspapier dargelegt. 

Vieles daraus präsentierte der Referent in seinem Vortrag. So erhielten vermutlich viele Teilnehmer der Zoom-Konferenz erstmals einen Einblick in die Historie der „Sexualpädagogik der Vielfalt“: Die sexualpädagogischen Visionen des pädokriminellen Pädagogikprofessors Helmut Kentler und dessen Meisterschülers Uwe Sielert, deren Wirken pointiert vorgestellt wurde, finden sich umfangreich im Rahmenkonzept des Hamburger Erzbistums. 

„Noch viel mehr Eltern müssen aufstehen – für ihre Kinder!“ 

Was den Kindern laut dieser pädagogischen Konzeption zugemutet werden soll, widerspreche dem christlichen Menschenbild diametral, betonte der Vater. Vor ein paar Jahren noch hätten sich die Eltern, die sich bewusst für eine katholische Erziehung ihrer Kinder entschieden haben, nicht vorstellen können, dass sie einmal solche Forderungen an den Träger ihrer Kitas und Schulen richten müssen: 

Wir lehnen eine Einmischung externer Organisationen mit Verbindung zu der LGBTIQ+-Bewegung bzw. deren Gedankengut in die Sexualerziehung strikt ab.“ 

Zudem wurde angekündigt, dass das Elternnetzwerk sämtliche Vorfälle, die im Zusammenhang mit dem ab dem neuen Schuljahr eingeführten Rahmenkonzept bekannt würden, dokumentieren und auf ihre strafrechtliche Relevanz hin prüfen lassen werde. 

Ganz bewusst richtete sich die Ansprache an diesem Abend über das regionale Anliegen hinaus an alle Eltern, Lehrer und Interessierte, die sich der Verbreitung der Kentler-Sielert-Schule unter dem Label „sexuelle Bildung“ entgegenstellen wollen. Die Inhalte seien bundesweit und auch im DACH-Bereich identisch. Mit den katholischen Bildungseinrichtungen – nicht nur in Hamburg hat die „sexuelle Bildung“ einen Fuß in der Kirchentür – sei die letzte Bastion gefallen. Umso mehr gelte es nun, dieser Entwicklung entgegenzutreten, indem immer mehr Eltern aktiv für ihr Grundrecht auf Erziehung ihrer Kinder kämpfen. Nähre Infos erhalten Sie unter „Elternnetzwerk-Kinderschutz und Prävention“.

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