Niedersachsen
Niedersachsen fördert eine „werteorientierte Sexualpädagogik“. So unterstützt das Land beispielsweise die Schule der Vielfalt* Niedersachsen, das Schulen „langfristig motiviert, sich mit dem Themenfeld ‚sexuelle Orientierung und geschlechtlicher Identität‘ auseinanderzusetzen.“ Ziel des Projekts: „die aktive und stetige Beschäftigung der Schulgemeinschaft mit dem Themenfeld.“

Bei der Sexualerziehung als Bestandteil des Bildungs- und Erziehungsauftrages in Nieder­sachsen ist laut niedersächsischem Schulgesetz „Zurückhaltung, Offenheit und Toleranz ge­genüber verschiedenen Wertvorstellungen in diesem Bereich“ geboten. Bei der Art des Un­terrichts sind die Schulen allerdings frei, „in welcher Form, mit welchen Lehrwerken und Materialien sowie ggf. mit welcher Unterstützung außerschulischer Partner sie Unterricht erteilen wollen“, so informiert das niedersächsische Kultusministerium in Bezug auf die „Förderung einer werteorientierten Sexualpädagogik“.

Laut dem Niedersächsischen Gesetz über Kindertagesstätten und Kindertagespflege haben Kitas „dem Alter und Entwicklungsstand der einzelnen Kinder bei der Gestaltung der pädagogischen Arbeit Rechnung zu tragen“. Die frühkindliche Bildung, wie sie im Orientie­rungsplan für Bildung und Erziehung vorgesehen ist, beruht auf der These, dass „Kinder von Geburt an sexuelle Wesen mit eigenen sexuellen Bedürfnissen und Phantasien“ seien.

Kita

Obwohl Kindertagesstätten nicht zur Einführung eines sexualpädagogischen Konzeptes verpflichtet sind, werden dort unter dem Deckmantel der Missbrauchsprävention immer häufiger derartige Konzepte eingeführt. Kinder, die sich in diesem frühen Alter noch nicht einmal adäquat sprachlich äußern können, ungefragt und permanent mit sexuellen Themen zu konfrontieren, ist übergriffig, verletzt ihre Intimsphäre und lädt explizit zum Ausprobieren in Rückzugsräumen ein. Hier wird die Aufsichtspflicht verletzt und Missbrauch billigend in Kauf genommen.

Sexualpädagogisches Konzept „Aufklärung ist Prävention“ (Kita Wirbelwind, Aurich)

Sexualpädagogisches Konzept (Kita Rappelkiste Marklohe/Lemke)

Sexualpädagogisches Konzept (Ev.-Luth. Kindertagesstätte St. Georg Bippen)

Sexualpädagogisches Konzept (Kita Sehlwiese, Laatzen)

Elternberichte

  • Über den erfolgreichen Protest eines Vaters gegen einen Aufklärungsworkshop durch Donum Vitae in einer Wolfsburger Grundschule hat unser Bündnispartner Demo für Alle berichtet: Die externen Referenten bestanden darauf, den größten Teil des Unterrichts in Abwesenheit der Lehrkräfte zu erteilen, worauf der Vater einer 10-jährigen Schülerin bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde Beschwerde einlegte, da durch dieses Vorgehen die Aufsichtspflicht der Lehrer und die Verantwortung der Schule für die Unterrichtsinhalte schwer verletzt werden. Die Landesschulbehörde gab dem Familienvater recht und Donum Vitae wurde ausgeladen.

Rechtslage in Niedersachsen

Sie als Eltern haben umfassende, gesetzlich geregelte Rechte im Zusammenhang mit der Sexualerziehung in Kita und Schule. Diese sollten Sie zum Wohle Ihres Kindes auch einfordern.

Meine Rechte kennenlernen

Immer häufiger wird der Aufklärungsunterricht an Schulen oder Teile des Unterrichts von sogenannten LSBTIQ-Gruppen durchgeführt – oft ohne die Anwesenheit des Lehrers. LSBTIQ steht für lesbisch, schwul, bi, transsexuell, intersexuell und queer. Queere Bildung will LSBTIQ-Lebensweisen in den Schulen z.B. durch “Authentische Begegnungen mit LSBTIQ*-Aufklärer_innen” erfahrbar machen. In Baden-Württemberg wird dies u.a. durch folgende Projekte verwirklicht:

AIDS-Hilfe Hannover

Die AIDS-Hilfe Hannover bietet Schulpräventionsveranstaltungen, die „in der Regel von zwei HIV-positiven ehren-/hauptamtlichen Mitarbeiter*innen durchgeführt [werden], die für ca. 90 Minuten eine Klasse besuchen“:

Unsere Mitarbeiter*innen sprechen dabei mit den Jugendlichen offen und ehrlich über ihre individuellen Lebens- und Infektionsverläufe und treten durch ihre Erfahrungsberichte auf ganz persönlicher Ebene mit den Schüler*innen in Kontakt. Neben der Vermittlung eines modernen, realistischen Bildes der HIV-Infektion stehen dabei die Aufklärung über Gesundheits- und Übertragungsrisiken, Antidiskriminierungsarbeit sowie die Beschreibung der Aidshilfearbeit im Mittelpunkt.

Die Erfahrung zeigt, dass die Offenheit der Ehrenamtlichen die Kommunikation und die Entstehung einer vertrauensvollen Atmosphäre im Klassenverbund fördert. Je nach Umfang der Veranstaltung und Alter der Schüler*innen bietet die Hannöversche AIDS-Hilfe e.V. auch themenbezogene gruppenfördernde Spiele an. Abschließend bekommt jede Schüler*in ein kleines “Paket” mit Handout, Solidaritätsschleifchen und Kondom.

dissens INTERVENTIONEN für geschlechtliche & sexuelle VIELFALT

Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Braunschweig

Im sexualpädagogischen Konzept des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte Braunschweig heißt es unter dem Schwerpunkt: Grundschule:

Kindliche Sexualität ist gekennzeichnet durch Spontanität, Neugier und Unbefangenheit. Sie unterscheidet sich von der zielgerichteten Sexualität Erwachsener. Laut dem Kerncurriculum des Sachunterrichts soll jede/r Schüler*in zur Teilnahme am demokratischen Leben sowie zu einem verantwortlichen und nachhaltigen Handeln geführt werden, damit ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben möglich ist. Dabei ist es grundlegend, Heterogenität als Bereicherung wahrzunehmen, Empathie und Toleranz zu fördern sowie Zivilcourage anzubahnen“.

pro familia Niedersachsen

pro familia Niedersachsen hat eine Broschüre für Kinder, Jugendliche und Pädagog*innen mit dem Titel „Sex und so“ veröffentlicht, Die „zum Beispiel im Sexualkundeunterricht oder bei Veranstaltungen der Sexuellen Bildung eingesetzt werden“ können. Unter anderem wird darin der angeblich häufig von Jugendlichen gestellten Frage „Wie echt sind Pornos?“ nachgegangen und „Themen wie FGM_C,“Dickpics“ und Sexting, die zur Prävention von Gewalt beitragen können“ behandelt.

pro familia Wilhelmshaven

Der Verein pro familia Wilhelmshaven hält im Bereich sexuelle Bildung sexualpädagogische Angebote „für alle Jahrgangsstufen und Schulformen“ zu Themen wie „(erste) sexuelle Erfahrungen“, „sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität“ und „sexuelle und reproduktive Gesundheit“ bereit. Dabei verwendet der Verein „vielfältige Materialien und Methoden“.

Wichtiger Hinweis für Eltern: „Da die Teilnahme an unseren Veranstaltungen so freiwillig wie möglich sein soll, besteht für die Schüler*innen stets die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie weit sie sich einbringen und beteiligen möchten“.

Die Beratungsstelle verleiht an Schulen oder andere Institutionen zwei vollständig ausgestattete Verhütungsmittelkoffer, die „einen umfassenden Überblick über die gängigen mechanischen und hormonellen Verhütungsmittel“ enthalten; „auch Kupferspirale und Kupferkette sind als Anschauungsmaterial enthalten. Außerdem befinden sich in dem Koffer Monatshygieneprodukte und Informationsmaterialien. Bei Abholung des Koffers führen wir eine kleine Einführung mit der betreffenden Lehrkraft (o.Ä.) durch“.

SCHLAU Niedersachsen

Die SCHLAU Workshops werden in der Regel von „Teamer*innen“ geleitet, die „selbst lesbisch, schwul, inter*, trans* oder queer“ sind und die „niederschwellig und altersgerecht in das Themengebiet sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität mit Hilfe von Begriffserklärungen und ausgewählten Methoden“ einführen. „In autobiografischen Gesprächen geben sie Einblick in ihre persönliche Biografie, beantworten Fragen der Teilnehmenden und thematisieren Vorurteile und Rollenbilder“.

Schule der Vielfalt* Niedersachsen

Als Schule der Vielfalt* Niedersachsen“ zertifizierte Schulen sollen – gemäß bundesweit einheitlicher Qualitätsstandards – ein „vielfaltsoffenes“ und diskriminierungssensibles Schulklima“ schaffen und Mitglied in einem Netzwerk werden:“ Durch das Einhalten der Qualitätsstandards werden Schulen langfristig motiviert, sich mit dem Themenfeld „sexuelle Orientierung und geschlechtlicher Identität“ auseinanderzusetzen. Um das Projektlabel „Wir sind Schule der Vielfalt* Niedersachsen“ zu erlangen, ist die aktive und stetige Beschäftigung der Schulgemeinschaft mit dem Themenfeld notwendig“.

Ansprechpartner und Kontakt

Regine Scheffer
E-Mail: kontakt@elternaktion.de