Die schulische Sexualerziehung wird in Bremen nach Maßgabe von verbindlichen Standards der Senatorin für Kinder und Bildung fächerübergreifend, „nach dem Prinzip der sexuellen Selbstbestimmung aller Menschen“ und gerne auch unter Einbeziehung externer Anbieter unterrichtet. Dabei sollen bereits in der Grundschule vielfältige Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen wahrgenommen und anerkannt werden sowie der „Lustaspekt (partnerschaftliche Sexualität, Selbstbefriedigung, sexuelles Erleben, Lustempfinden, sexuelle Verhaltensweisen, Wahrnehmung des eigenen Körpers und der eigenen sexuellen Entwicklung; … verantwortungsvoller, lustbetonter, gleichwertiger und gewaltfreier Umgang mit sich selbst und der Partnerin oder dem Partner…) thematisiert werden.
Für den Grundschulbereich gibt es Unterrichtsbausteine zum Thema Intergeschlechtlichkeit von QUEERFORMAT und einen Medienkoffer „Familien und vielfältige Lebensweisen“ des Vereins Rat&Tat Zentrum für queeres Leben. Ein solcher Koffer steht auch für Kindertagesstätten zur Verfügung.
Kita
Obwohl Kindertagesstätten nicht zur Einführung eines sexualpädagogischen Konzeptes verpflichtet sind, werden dort unter dem Deckmantel der Missbrauchsprävention immer häufiger derartige Konzepte eingeführt. Kinder, die sich in diesem frühen Alter noch nicht einmal adäquat sprachlich äußern können, ungefragt und permanent mit sexuellen Themen zu konfrontieren, ist übergriffig, verletzt ihre Intimsphäre und lädt explizit zum Ausprobieren in Rückzugsräumen ein. Hier wird die Aufsichtspflicht verletzt und Missbrauch billigend in Kauf genommen.
Trägerinternes Schutzkonzept (KiTa Bremen, Eigenbetrieb der Stadtgemeinde Bremen)
Kinderschutzkonzept – die Kita als sicherer Ort (Bremische Evangelische Kirche)
Schule
Rechtslage in Bremen
Sie als Eltern haben umfassende, gesetzlich geregelte Rechte im Zusammenhang mit der Sexualerziehung in Kita und Schule. Diese sollten Sie zum Wohle Ihres Kindes auch einfordern.
Immer häufiger wird der Aufklärungsunterricht an Schulen oder Teile des Unterrichts von sogenannten LSBTIQ-Gruppen durchgeführt – oft ohne die Anwesenheit des Lehrers. LSBTIQ steht für lesbisch, schwul, bi, transsexuell, intersexuell und queer. Queere Bildung will LSBTIQ-Lebensweisen in den Schulen z.B. durch “Authentische Begegnungen mit LSBTIQ*-Aufklärer_innen” erfahrbar machen. In Bremen wird dies u.a. durch folgende Projekte verwirklicht:
dissens INTERVENTIONEN für geschlechtliche & sexuelle VIELFALT
Medienkoffer Grundschule – Rat&Tat–Zentrum für queeres Leben e.V.
„Im Rahmen des Landesaktionsplan wurde mit der Senatorin für Kinder und Bildung ein Medienkoffer für die Grundschule herausgegeben. Er beinhaltet mit Kinder- und Erstlesebüchern sowie Fachliteratur und Handreichungen für Lehrkräfte zu Themen wie Diskriminierung, Vielfalt geschlechtlicher und sexueller Identitäten, Regenbogenfamilien und geschlechtergerechter Bildung.“
Das Begleitheft für den Medienkoffer Grundschule finden Sie hier.
Medienkoffer KITA – Rat&Tat–Zentrum für queeres Leben e.V.
„Im Auftrag der Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen haben wir eine Auswahl verschiedenster Kinderbücher, Handreichungen und Fachbücher zusammengestellt, die für eine inklusive und vielfältige pädagogische Praxis in Kindertageseinrichtungen hilfreich sind.“
Die Kinderbücher thematisieren sämtliche Lebensweisen aus dem LSBT-Spektrum. Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Bücher und Erläuterungen zum Medienkoffer können als PDF abgerufen werden.
pro familia
Auch in Bremen bietet pro familia im Rahmen der „sexuellen Bildung“ Workshops für Schulklassen an, die sehr nachgefragt sind.
Rat&Tat–Zentrum für queeres Leben e.V.
Der Verein Rat&Tat–Zentrum für queeres Leben e.V. ist seit Jahrzehnten einer der größten und auch der zentrale Anbieter für „queere Bildung“ in Bremer Schulklassen. Die „Kompetenzerweiterung im Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt“ findet im Rahmen von Aufklärungsworkshops statt, die seit Juni 2022 öffentlich gefördert werden:
Gefördert durch die Senatorin für Kinder und Bildung konnten endlich eigene Stellen geschaffen und Projektmittel bereitgestellt werden, die ein zeitgemäßes Schulaufklärungs- und Fortbildungsprojekt im größeren Stil ermöglichen. Das Ergebnis ist unser neues Projekt „Queere Bildung Bremen“, welches sich u.a. an den Qualitätsstandards des Bundesverbandes „Queere Bildung e.V.“ orientiert und fortlaufend weiterentwickelt.“
Die Aufklärungsworkshops für Schüler ab der 5. Klasse werden kostenlos angeboten und von „ehrenamtlichen Teamer_innen“ durchgeführt, die „Expert_innenwissen über sonst häufig tabuisierte Themen in einem geschützten Rahmen“ vermitteln. Ziel ist „eine emotionale und rationale Auseinandersetzung mit Klischees und Vorurteilen“ sowie eine „selbstbestimmte Entwicklung von Geschlecht und Sexualität“.
Für Kitas und Grundschulen stehen an mehreren Standorten ausleihbare Medienkoffer zur Verfügung.
